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» Ge(h)danken «
 Antworten auf diesen Eintrag | Zeige Antworten auf diesen Eintrag (2)  von David 

keine Ahnung, wer das geschrieben hat, beschreibt aber, so finde ich, ziemlich treffend "die Arbeit im Zendo":

Gedanken
Ein Zenspruch lautet: „Das Denken ist ein wilder Affe.“ Wie wahr das ist, wird jeder bestätigen können, der sich für eine längere Zeit mal anschaut, was in seinem Geist so los ist.
Ziel des Zazen ist es, diesen permanenten Gedankenstrom zunächst einmal „unkritisch“ zu betrachten. Die Schwierigkeit besteht dabei darin, nicht auf die „Köder“, die unsere Gedanken uns bieten „anzubeißen“. Wir sind es nämlich gewöhnt, unsere Gedanken als unsere Willensäußerungen zu klassifizieren; darum hängen wir an ihnen. Manchen sind wir so zugeneigt, als wären es unsere Kinder. Hat es uns allerdings erst mal „erwischt“, gibt es kein Halten mehr: dem ersten Gedanken folgt ein zweiter, dem wiederum ein dritter, vielleicht springt der nächste dann auf ein neues Thema um und das Ganze geht von vorne los. Und schon sitzen wir in der Falle; es kann zwar angenehm sein, sich passiv auf diesem Strom treiben zu lassen, aber unsere Wahrnehmung des Hier und Jetzt ist so weitgehend ausgeschaltet.
Zazen bietet uns eine erstklassige Gelegenheit, diesen Mechanismus zu durchschauen. Nehmen wir der Einfachheit halber das Telefonbeispiel:

„Das Telefon klingelt.“ – „Das ist bestimmt XY.“ – „Typisch, ruft immer im ungünstigsten Augenblick an.“ – „Letzten Monat war die Telefonrechung mal wieder viel zu hoch.“ – „Ich muss mit meinem Sohn/meiner Tochter noch mal ein ernsthaftes Gespräch darüber führen.“ – „Wo treibt er/sie sich eigentlich wieder rum.“, und so weiter und so weiter.
„Unkritisch“ wahrgenommen heißt das: „Das Telefon klingelt.“ PUNKT. Nichts weiter. Reines Klingeln. Und dann wieder zurück zum Atem.

Meist stellt man dann nach einiger Zeit mehr oder weniger erstaunt fest, das Gedanken einfach so kommen und auch wieder gehen. Ähnlich dem Atmen „passieren“ sie einfach. Vollkommen ohne unser Zutun. Und wenn man nur kurz wahrnimmt, welchen Inhalt der momentane Gedanke hat (ihn also nicht verdrängt), und ihn anschließend „ziehen“ lässt, verschwindet er genau so unversehens, wie er zuvor aufgetaucht ist. Man kann sich dann wieder voll und ganz auf den Atem konzentrieren.
Am Anfang erfordert dieser „Kampf“ unsere volle Konzentration; zumal ja oft genug nicht nur ein Affe, sondern gleich eine ganze Horde im Kopf herumtobt. Wenn es uns gelingt, immer wieder zum Atem zurückzukehren, wird diese Horde mit der Zeit immer ruhiger. Schließlich kommen weniger Affen und irgendwann vielleicht lassen sie uns die meiste Zeit in Ruhe, weil sie wissen, dass sie für ihre Kunststücke keine Aufmerksamkeit mehr bekommen.

Beunruhigt uns ein Gedanke, der möglicherweise wirklich in diesem Augenblick enorm wichtig ist, kann man probieren, ihm zu verstehen zu geben, das man erkannt hat, wie wichtig er ist, der Zeitpunkt aber leider schlecht ist und er später noch einmal zurückkommen soll.

Wenn einem allerdings einfällt, das man das Wasser an der Badewanne nicht abgestellt hat, muss man natürlich auch weiterhin sofort reagieren – und beim nächsten Mal der Badewanne mehr Achtsamkeit schenken.

Viele Grüße und viel Mut und Kraft beim immerwährenden LOSLASSEN - David

So 13 Jun 2004 10:33:12 CEST
 


» Von der Natur lernen «
 Antworten auf diesen Eintrag | Zeige Antworten auf diesen Eintrag (1)  von feryal 

" Die Kraft liegt in der Weisheit
und in dem Verständnis von der eigenen Rolle
innerhalb des großen Geheimnisses
und in der Achtung jedes Lebewesens als Lehrer."

(Jamie Sams David Carson, indianische Schriftsteller)


" Wenn du zu den Tieren sprichst,
werden sie zu dir sprechen
und ihr werdet euch verstehen.

Wenn du nicht zu den Tieren sprichst,
wirst du sie nicht verstehen,
und was du nicht verstehst,
wirst du fürchten.

Was man fürchtet
vernichtet man. "

( Dan George, Salish )

Mi 19 Mai 2004 23:28:37 CEST
 


» Zentag am 09.05-04 «
 Antworten auf diesen Eintrag | Zeige Antworten auf diesen Eintrag (2)  von Klaus Steidele 

Es ist mir an dieser Stelle nochmals ein tiefes Bedürfnis, bei Hogen, Uli, Yvonne und allen die an der hervorragenden Organisation des Zentages am Sonntag beteiligt waren, mein herzlichstes Dankeschön auszusprechen. Es war für mich wieder ein erfahrungsreiches Erlebnis und ich schätze mich glücklich bei euch in dieser Sangha s e i n zu dürfen.

Im Übrigen fand ich beim Studium einiger Koans ein ganz tolles heraus, dass wie ich finde, auch für Zen-Einsteiger gut nachvollziehbar ist:

Einmal vor langer Zeit, als der Welt-Erhabene auf dem Geierberg war, um eine Rede zu halten, hob er vor der Versammlung einfach eine Blume hoch.
Alle schwiegen und wussten nicht, was sie tun sollten, ausser dem ehrwürdigen Kashyapa; er l ä c h e l t e. Der Welterhabene sagte: Ich habe das alles durchdringende Auge des wahren Dharma, den wunderbaren Geist des Nirvana, die außerordentliche Lehre der formlosen Form, das subtile Dharma-Tor. Es ist
n i c h t von Buchstaben abhängig und wird außerhalb der Schriften übertragen.Ich gebe es jetzt weiter an Maha Kasho.

Liebe Grüße an alle
Klaus

Mo 10 Mai 2004 19:17:24 CEST
 


» Widerstände «
 Antworten auf diesen Eintrag | Zeige Antworten auf diesen Eintrag (4)  von Ulrich  

Hallo an alle!
Ich habe vor etwa 3 Monaten zu meditieren begonnen. Leider ist es mir aus beruflichen/familiären Gründen nicht möglich an Euren Treffen teilzunehmen (ich hoffe, dies ändert sich bald wieder). Daher ist es natürlich auch etwas schwierig, sich mit Erfahreneren auszutauschen. Ich habe schon oft gehört, dass sich mit fortschreitender Praxis gerade anfangs Widerstände zu formieren beginnen. Daran wollte ich nun gar nicht glauben!
Anfangs ging dann alles auch ganz einfach und ich hatte viel Freude daran. Mittlerweile aber sinkt meine Motivation, als ob ich von diesem Bedürfnis abgeschnitten wäre. Auch das Meditieren selbst fällt mir schwerer als Anfangs. Hinzu kommt, dass ich das Gefühl habe, dass plötzlich viel mehr Dinge als früher geschehen (trage ich unbewusst vielleicht sogar dazu bei?), die mich - sagen wir mal - ins "normale" Leben zurückziehen und mir den Zugang zur Meditation erschweren. Hat jemand von Euch damit Erfahrung und weiss, wie das in Griff zu bekommen ist?
Herzliche Grüsse, Ulrich

Di 04 Mai 2004 07:21:56 CEST
 


» Gruß aus Wien «
 Antworten auf diesen Eintrag | Zeige Antworten auf diesen Eintrag (3)  von Claudia Tenshin  

Lieber Hogen,
seit Sommer auf Mt. Baldy ist viel passiert. Gratuliere zum Zendo in dem regelmäßig geübt werden kann. Sowie ich in Eurer Nähe bin komm ich zum gemeinsamen Sitzen. Bis dahin bleibt die Vorfreude - auch fein
Herzlich umarmt dich, lieber Heribert Hogen
Claudia Tenshin

So 25 Apr 2004 17:54:10 CEST
 




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